Gerichtsgeflüster
und Dorfgeschichten

aus dem 18. + 19. Jahrhundert

Wir schreiben das Jahr 1705. An einem warmen Sonntag im Juli, während die Dorfgemeinschaft in der kühlen Kirche den frommen Worten lauscht, begeht Daniel Guggisberg einen folgenschweren Verrat an der göttlichen Ordnung.

Vor seinem Haus recht er Heu zusammen und schichtet es zu «Schöchlen...

Im Sommer, während in Paris eine grosse Menschenmenge die Bastille erstürmt, wird im seeländischen Arch bei Büren im Schopf vor einem Bauernhaus ein etwa dreijähriges Kind gefunden. Es ist der 6. August 1789, Elisabetha Hofer – ein Name, der vielleicht nachträglich verliehen wurde – wird dem Ch...

Wenn Armut zum Verbrechen wird

Im 16. Jahrhundert setzen die Religionskriege Menschenströme in Bewegung, Verfolgungen treiben Familien in die Heimatlosigkeit, und der Dienst als Reisläufer – jener eidgenössische Export junger Männer als Söldner – reisst soziale Bindungen auseinander. Städtische R...

Ein Sittenbild aus dem 18. Jahrhundert: Zwischen Rute, Ruf und kirchlicher Rechtsprechung

Es ist ein kalter Januartag des Jahres 1701, als Hans Guggisberg, Sohn des Obmanns, vor das Chorgericht von Zimmerwald tritt – nicht etwa als Angeklagter, sondern als Kläger. Sein Widersacher: Christen Bräuc...